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Preussenhusar

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Donnerstag, 16. April 2009, 12:42

Eine Hansegeschichte

Werte Patriziergemeinde,

so habe ich denn nun den Entschluß gefaßt,
für eines der besten und zeitlosen Aufbauspiele einen AAR zu verfassen.

Erzählt wird die Geschichte eines Krämers, der in seiner (neuen) Heimatstadt Königsberg
die ersten Schritte auf dem Weg zu Reichtum, Macht und Anerkennung unternimmt und
(hoffentlich) dereinst als Eldermann der Hanse die Geschicke der Städte bestimmen wird.

Zur Karte:

Ich verwende eine selbsterstellte Karte mit 16 Städten,
die mittels des "Brasiliero" tools nachbearbeitet wurden.
Screens werden mittels des Simplescreenshot Freeware Tools erstellt.

Die Karte teilt sich in 2 Regionen: Ostsee und Nordsee.

Beide Regionen beinhalten 6 Hansestädte und 2 Hansekontore.

In der Ostsee sind 3 Städte besonders hervorgehoben:
Königsberg als "Schiffbaustadt" besitzt die Produktionen folgender Waren:

Effektiv:

Eisenerz
Eisenwaren
Holz
Hanf
Pech
Tuch

Normal:

Fleisch/Leder
Wolle
Getreide

Memel als "Baustadt" besitzt:

Effektiv:

Eisenerz
Eisenwaren
Holz
Fisch
Salz
Ziegel

Danzig ist "Bierstadt"

Es produziert effektiv:

Bier
Getreide
Holz

Die restlichen 5 Städte der Ostsee sind folgendermaßen ausgestattet:

(Kontor)Malmö: Tran/Fisch
(Kontor)Ahus: Keramik
Stettin: Fleisch/Leder
Rügenwald: Honig, Wolle
Thorn: Felle, Gewürzimport, Wein

In der Nordsee wurden die Städte ohne großen "Plan" im Tool einfach von oben nach unten ausgestattet:

Edinburgh: Bier, Eisenerz, Tran/Fisch
Newcastle: Eisenwaren, Felle, Tuch
Scarborough: Fellimport, Fisch
Boston: Fleisch/Leder, Getreide
London: Gewürzimport, Hanf, Wolle (normal)
Brügge: Holz, Honig, Weinimport, Ziegel (normal)
(Kontor)Haarlem: Keramik, Pech, Ziegel (normal)
(Kontor)Köln: Salz, Salzimport, Wein (normal)

So produziert jede Stadt irgendetwas,
um ausbaufähig zu sein.

Zur Spielweise sei grundsätzlich angemerkt:

Ich werden keine Piraterie oder Arbitrage betreiben, nicht massiv Auftragspiraten erzeugen,
keine agressive Piratenjagd zu Beginn durchführen und keine Piraten beauftragen.

Alle Vorgänge, die eine Anklage zur Folge haben können, werden gemieden.

Werden Piraten zu stark, stelle ich einen Jagdkonvoy auf, um sie kleinzuhalten.
Kapere ich dabei Schiffe, behalte ich sie allerdings.

Auch die "Schiffsernte" an den Nestern werden ich nicht durchführen.

Das sind alles "Spezialmethoden", die Anfänger - und zu denen zähle ich mich - kaum beherrschen und den eigentlichen Spielgedanken in meinen Augen zuwiderlaufen.

In der Zeit der Hanse wurden zwar auch Piratennester ausgehoben,
aber mit dem Sinn, diese auszuschalten und nicht als Schiffsgeneratoren.
Piraten bauten keine Schiffe in Serie, sondern kaperten und plünderten sie.

Kredite vergebe ich wenn ich es mir leisten kann,
dann aber zu hohen Zinsen.
Das ist der einzige "Trick", den ich anwende,
der zu fremden Schiffen führt.

Ziel des Spieles ist in erster Linie Spaß zu haben und zu vermitteln,
sowie Einblicke in die Standardabläufe des Spieles zu geben.

Optimiertes Bauen (türkisch) strebe ich nicht an,
ich lasse die Stadt wachsen wie sie will,
allenfalls öffne ich Freiflächen durch Wohnhausbau, um dahinter weiterzubauen,
was zu Beginn nicht möglich wäre.

Inwieweit ich Autokonvoys zur Kontorsversorgung der Städte einsetze,
möchte ich noch nicht bestimmen.

Kontore werden mit Sicherheit in den Ostseestädten errichtet,
die Nordsee überlasse ich vorerst vertrauensvoll den fähigen Händlern der KI :D

Nun die Karte aus dem Editor gesehen:

Die Ostsee:



Die Nordsee:



Und nun Knabbergebäck und Getränk bereithalten,
es folgt in Kürze eine (neue) PHantastische Geschichte.

Es sei angemerkt, daß jedwegliche Äußerungen im Rahmen der Geschichte dem Zeitgeist entspringen und den Rahmen ausschmücken sollen.

Disclaimer:
Politische Äußerungen entsprechen nicht unbedingt meiner eigenen Meinung.

PH

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2

Donnerstag, 16. April 2009, 13:59

Königsberg - die Stadt und mein Kontor

Mein Name ist Friedrich von Thorn,
geboren am 5. Juni 1279 zu Königsberg.

Ich entstamme einer alten ansässigen Familie von Händlern,
die es allerdings kaum mehr als bis zum Gemischtwarenhändler brachten.

Mein Vater hatte mir in seinem Testament das Kontor vermacht,
sowie ein kleines Schiff namens Wittenborg.

Es war eine Schnigge, die kaum 150 Faß Ladung tragen konnte.

Außerdem hinterließ er mir 30.000 Goldtaler, ein großes Vermögen,
für das er sein Leben lang schuften mußte.

Da er selbst ein Patent als Kapitän besaß, zog er es vor, stets selbst zu reisen,
anstatt zuhause die Dinge im Griff zu halten.
So war es auch gekommen, daß das Kontor restlos leergeräumt war,
als er auf seiner letzten Fahrt im Kampf gegen den berücktigten Piraten Habakuk Beneke fiel.

Auch war dies wohl der Grund dafür, daß er niemals ein anerkannter Händler wurde,
sondern von der Kaufmannsgilde zeitlebens nur als Krämer eingestuft blieb.

Auch hielt er es für nicht nötig, der Gilde überhaupt beizutreten,
was ihm die fernen Städte als Handelspartner verwehrte.

In seinem letzten Brief, den er schon lange verfaßt hatte,
gab er mir die Hinweise und Ratschläge mit auf den Weg, die zu befolgen ich mir vornahm.

Allerdings war mir bereits zu Beginn klar, daß mein Weg nicht der des Seefahrers,
sondern des Händlers sein würde.

So startete ich also jetzt meine eigene Karriere und machte mich als Erstes mit den Umständen der Welt vertraut:



Wir lebten in einer eher ruhigen Zeit.
Das milde Klima gestattete Weinanbau bis nach Polen hinein.
Piraten waren eher seltener anzutreffen,
aber WENN sie auftauchen, sollte man besser das Weite suchen.

Die örtlichen Landesherren machten sich um die Hansestädte weniger Gedanken
und das Volk schien bei ausreichender Versorgung auch zufrieden zu sein.

Meine Erfahrungen in den letzten 2 Jahren auf See mit meinem Vater sollten mir dereinst
einmal von Nutzen sein, würde ich auf See Ziel von Piraten werden.



So betrat ich am 10 Mai Morgens "MEIN" Königsberg.



In der milden Frühjahrssonne glitzerte das Wasser und die 1322 Einwohner gingen weitgehend ihrem Tagwerk nach.

Mein Kontor von innen:



Das war also die Zentrale, von der aus ich künftig über das Wohl meiner Familie und das Ergehen der Stadt entscheiden sollte.
Meine Aufgabe war es, die Stadt zu versorgen, denn wenn auch viele Güter hier hergestellt wurden,
mangelte es doch zusehends mehr an Dingen des täglichen Bedarfs.

Um nicht sofort als Seefahrer aufzufallen, ging ich erst einmal ins städtische Bad.
Man sagte, es könne nützlich sein, dort zuweilen auch Vertreter der Stadt anzusprechen,
aber heute war keiner anwesend.


Sie würden mich aber wohl auch kaum eines Blickes würdigen.

Danach kleidete ich mich danach um und suchte die Kirche auf,
um für das Wohl meines kleinen Unternehmens den Segen des Allmächtigen zu erbitten.



Zuhause informierte ich mich über die Meinung der Stadt betreffend meiner Person.



Auch ein weiterer ansässiger Händler war Ziel meines Weges:



Der Krämer J. Adam jedoch ließ mich nicht ein.
Er befürchtete wohl, ich wolle seine Handelsmethoden ausspionieren ?

So ging ich denn wieder heimwärts.

Dort setzte ich ein Schreiben an die örtliche Werft auf,
um mein Schiff mit einem neuen Namen zu versehen:



Man belächelte dies.
Der Hafenmeister spottete:
"Als ob Ihr einmal mehr als EINES dieser kleinen Boote haben würdet.
Aber gut, es ist Euer Wille, so geschehe es".

Für den Nachmittag erwartete ich die stets schnelle Post,
die über die Preise der Waren informieren sollte.

An der Wand hing eine Karte mit allen der Hanse angeschlossenen Städte der Ostsee.
Auf die Landkarte der Ostsee blickend faßte ich einen kühnen Plan.

Weit mit den Armen ausholend und mit einer die Städte gleichsam kreisförmig umarmenden Bewegung
flüsterte ich:


"Ihr werdet einst ALLE meinen Namen kennen und zu schätzen wissen.


ALLE !"


Dann klopfte es an der Tür.



PH

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Donnerstag, 16. April 2009, 15:01

Die erste Handlung

Ich erhielt die bestellte Übersicht der Einwohnerzahlen und Produktionsstätten unserer Nachbarn.



Königsberg selbst stellte viele wertvolle Waren selbst her,
aber es fehlte an Grundversorgungsgütern.



Als größte Stadt war Königsberg dennoch recht klein.
In der Nähe waren Memel und Danzig annähernd groß.


Die Einwohner waren nach Vermögen gezählt:
152 Reiche,
225 Vermögende und
935 Arme bevölkerten die Stadt.

Sie wohnten getrennt in Wohnhäusern,
die Reichen in fein herausgeputzten Kaufmannshäusern,
die Wohlhabenden in schicken Giebelhäusern,
die Armen in schmucklosen Fachwerkhäusern.



Erschreckt war ich über die Haltung der Armen.
Aufgerüttelt von dieser Nachricht suchte ich den Grund für die Unzufriedenheit.
Denn diese Klasse war es doch, die durch ihrer Hände Arbeit den Grundstock für jeden Wohlstand erwirtschaftete.
Ohne sie ging nichts !

Der Grund war schnell ermittelt:
In der städtischen Markthalle gab es kein Bier mehr !

Ingesamt sah die Warenversorgung so aus:



Die ganze Stadt hatte Durst und ich gedachte diesen Durst zu stillen.

Da fiel mir wieder die Stadtübersicht und hier Danzig ein.



Ich mußte dort dringend einige der fehlenden Fässer Bier erwerben.
Im Gegenzug wollte ich ein wenig eigener Waren absetzen.

Eigene Betriebe besaß ich nicht, so war ich auf die Erzeugnisse der Stadt angewiesen,
die man zeitweise günstig erwerben konnte.

So erstand ich ein wenig Eisenwaren und Tuch aus dem städtischem Lager
und ließ es zum Hafen bringen.



Am Hafen angelangt, verlud der alte Kran die Fässer an Bord der Schnigge 1




So beladen stach das kleine Schiff mit seinen 5 Matrosen an Bord gegen Nachmittag in See,
Ziel Danzig.



Ich entschloß mich, nicht mitzureisen,
sondern instruierte den "Ersten Offizier" (in Ermangelung eines echten Kapitänes ausnahmsweise zur Schiffsführung ermächtig)
mit einem klaren Auftrag:

"Verkauft die Eisenwaren und das Tuch teuerst
und seht zu, daß Ihr das Schiff voll mit Bier heimbringt.
Laßt Euch lieber etwas Zeit, als vorschnell zurückzukehren.

Zudem: Wenn Euch ein Kapitän begegnen sollte, so gebt ihm diesen Beutel Goldes und bittet ihn, das Kommando zu übernehmen."


Mit großen Erwartungen an Bord stach die Schnigge 1 in See gen Danzig.

Und ich begab mich zurück ins Kontor, denn es gab jetzt viel zu tun,
wollte ich nicht so vegetieren wie meines Vaters Betrieb.

PH

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Donnerstag, 16. April 2009, 16:14

Mission Danzig

In der Markthalle verschaffte ich mir jetzt einen ersten Überblick über das, was die Stadt brauchte:



Die Bürger brauchten viel Bier - hoffentlich gab es genug in Danzig.

Die Produktion - lächerlich gering.
Man teilte mir aber mit, daß im Moment die Stadt noch einige offene Stellen habe
so daß die städtischen Betriebe noch einer Weile an Produktion zulegen könnten.




Am 11. Mai erreichte die Schnigge 1 wie geplant sicher den Hafen von Danzig


Eine schöne Stadt mit einem weiten Stadtplatz.

Sofort begab sich der Schiffsführer in die örtliche Kneipe, die am nördlichen Hafenende angesiedelt war.
Leider wurde er bei seiner Suche nach einem Kapitän nicht fündig


Die Preise, welche zur Zeit in der Markthalle galten,
gaben Auskunft über die Bestände und Möglichkeiten zu handeln.

Glücklicherweise hatten andere Händler die Lieferung von Eisenwaren und Tuch noch nicht aufgenommen,
so daß ein stattlicher Gewinn bei der Verladung der Fässer erwirtschaftet werden konnte:




Dagegen war die Aufgabe, Bier zu kaufen, kaum zu erfüllen.
10 lächerliche Faß konnten erstanden werden, bevor der Preis auf die als Höchstgrenze festgelegten 40 Taler/Faß stieg.



Das bedeutete also, daß die Schnigge 1 noch wenigstens 2-3 Tage vor Anker liegen würde,
um doch noch eine Lieferung des ersehnten Bieres in Empfang nehmen zu können.


PH

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Freitag, 17. April 2009, 13:12

RE: Eine Hansegeschichte

Endlich - Mittags am 12. Mai traf wieder eine Lieferung aus der städtischen Brauerei ein.

Der Preis war ausgezeichnet.



Sofort kaufte das Schiff wie angewiesen 25 Faß bis zum vereinbarten Höchstpreis ein
und stach danach in See.

Es war der Mannschaft zu Ohren gekommen, daß in Thorn angeblich ein Kapitän auf ein Kommando warten solle.



Einen Tag später lief das Schiff im Hafen zu Thorn ein.
Bei ausgezeichnetem Wetter betrat der "Kommandierende" der Schnigge 1 die Kneipe "Pilskeller",
die direkt am Anlegesteg gelegen war.

Als er den Raum betrat, fiel ihm sofort ein mittelalter Mann auf, deran einer Kerze sitzend sein Bier trank.
Er sprach den Mann an, da er auffällige Kleidung trug und eine schwere Tasche bei sich hatte,
aus der offenbar Material zur Navigation hervorlugte.

"Verzeiht, Herr, wir suchen für unser Schiff im Hafen einen zuverlässigen Kapitän.
Könntet Ihr uns dabei vielleicht behilflich sein."

Der Mann blieb seelenruhig sitzen und blickte seinem Gegenüber mit einem etwas gefrorenen Lächeln in die Augen.

"Ja aber sicher doch,

Mein Name ist Georg Strohmberg,
ich kenne die See.
Für nur 18 Goldstücke täglich übernehme ich sofort das Kommando.
Wenn es Sie interessiert - hier: Meine Qualifikationen "



Offenbar ein passabler Händler, der aber vom Kampf auf See nicht den blassesten Schimmer hatte.

Nichtsdestoweniger überreichte der Matrose Kapitän Strohmberg den mitgeführten Beutel Goldes
und sagte:

"Im Auftrag meines Herrn, des Krämers Friedrich von Thorn aus Königsberg
ersuche ich Euch um die Übernahme des Kommandos auf unserem Schiff, der Schnigge 1"

Kapitän Strohmberg lächelte, nahm das Gold, dankte und stand auf.
Er las die Papiere durch und entnahm ihnen den Handelsauftrag des Schiffes.

In Thorn kaufte er dann noch etwas günstigen Wein und Felle.



Anschließend verließ das Schiff den Hafen und steuerte auftragsgemäß die heimatlichen Gewässer von Königsberg an,
wo es am Mittag des 15. Mai eintraf.

Am Hafenkran verlud die Mannschaft die Waren und ein Karren brachte die Fässer ins Kontor,
wo ich bereits einige Faß Eisenwaren deponieren hatte lassen.



Anschließend besprach ich mit Kapitän Strohmberg die weiteren Pläne für mein Schiff.

Die Mannschaft hatte Landgang, während im Dock die Arbeiter einige kleine Schönheitsreparaturen ausführten.



Zwar waren lediglich Pechflecken im Laderaum zu beseitigen und etwas eingerissene Taue auszuwechseln,
aber man hatte mir berichtet, es sei wichtig, die Werft immer wieder mit Reparaturen zu beschäftigen.

Das fördere ihre Erfahrung und mit der Zeit würde es im Schiffsbau zu Schnelligkeit und struktureller
Verbesserung führen.

Also geschah es.

Außerdem waren die 50 Goldstücke kein besonders hoher Preis,
zumal das Schiff noch am Abend wieder verfügbar sein sollte, wie der Werftleiter mir zusagte.

Das gab mir doch noch genug Zeit, die künftige Handelsroute zu planen.

PH

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Montag, 20. April 2009, 13:43

RE: Eine Hansegeschichte

Nun mußte sorgfältig geplant werden.
Als Wichtigstes stand die Versorgung mit Bier an, dazu benötigten wir Felle.
Wein könnte nicht schaden.

So wurde die erste Tour geplant.
Von Königsberg startend mit maxomal 50 Eisenwaren aus dem Kontor aufgeladen
führte die Route nach Thorn.
Dort sollten diese Eisenwaren zu mindestend 450 Goldstücken verkauft werden.
Anschließend stand der Einkauf von höchstens 10 Fellen zu maximal 700
und 10 Wein zu 200 Goldstücken an.

Weiter führte sie nach Danzig, wo wiederum Felle zu mindestens 1300 und Wein zu 350 verkauft,
und alles Bier bis 35 gekauft werden sollte.

Zuhause würde alles ins Kontor gehen.



Der Kapitän nahm die Reisedokumente und begab sich auf das Schiff.

Die erste Wochenabrechnung trudelte ein.
Da ich "nur" mein Kontor besaß, fiel die Belastung noch nicht so gewaltig aus.



Die Schnigge 1 erstand in Thorn 6 Felle und 10 Wein.
Damit fuhr sie weiter nach Danzig.



Täglich beobachtete ich die Marktpreise zuhause und kaufte Eisenwaren zu höchstens 310
und verkaufte die wenigen Felle bis auf 1200, sowie den Wein bis zu 300.
Lieber etwas gewinn als Keiner !

2 Wochen vergingen auf diese schleppende Weise.
Ich erfuhr, daß es möglich sei, einen Kontorsverwalter einzustellen.
Dieser würde für "nur 10 Goldstücke am Tag" alle Einkäufe und Verkäufe erledigen.

Einerseits war dies ein reizvoller Vorschlag und ich war versucht, so einen Mann einzustellen.
Andererseits lag der Umsatz und der daraus resultierende Gewinn noch in derart niedrigen Bereichen,
daß es mir geradezu lächerlich erschien, wegen der paar Bier, Eisenwaren und Fellen und dem noch weniger benötigten
Wein eigens eine Arbeitskraft einzustellen.
Dafür reichte meine Zeit noch aus zwischen Bad und Kirchenbesuch, die ich regelmäßig unternahm.
Es war mir nämlich zu Ohren gekommen, daß die Vernachlässigung dieser Pflichten zu Gerüchten führen könnte.
Man munkelte von einem Kaufmann, der der Ketzerei angeklagt wurde, nur weil er länger als 4 Wochen nicht in die Kirche
gegangen war.
Er soll behauptet haben, die Erde sei rund.

Lächerlich !
Das würde man MIR niemals zum Vorwurf machen können.
Wußte doch jedes Kind, daß die Erde eine Scheibe war.

Ein anderer Händler wurde der Unzucht beschuldigt, weil man ihn länger nicht in den öffentlichen Bädern angetroffen hatte.

Ich bemühte mich also, möglichst oft diese Pflichten zu erfüllen
und keinen Anlaß zur Klage zu geben.

Die 2. Fahrt brachte nur etwas Wein ein, da die wenigen Felle sofort in Danzig verkauft worden waren.

Als das Schiff am 31.5. nach der 3. Fahrt zum zweiten mal wieder nur Wein einfuhr,
mußte ich eine Umgestaltung der Route in Betracht ziehen.



Ich beorderte den Kapitän ein und beriet mich über die Vorgehensweise.
Offenbar fehlte ihm die Zeit, um an die günstigen Waren zu kommen,
die von konkurrierenden Händlern immer wieder aufgekauft wurden.

Es war höchste Zeit, denn so konnte es nicht weitergehen.
ich ordnete an, das Schiff jeweils 2 Tage in Thorn und Danzig zu belassen und die Kaufs/ und
Verkaufsorder umzusetzen.

Vor Allem Bier mußten wir in größerer Menge bekommen.

So sollte der kommende Monat bestritten werden.
Am Monatsende würde ich erneut mit dem Kapitän zusammentreffen und über die Verläufe der Fahrten informieren.

Die Temperaturen stiegen - und mein Vermögen auch !
Zudem trafen aus dem Umland nun Arbeiter ein und füllten die städtischen Betriebe.

PH

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7

Montag, 4. Mai 2009, 13:21

RE: Eine Hansegeschichte

Gratulation zu Deinem thread!

Hat mir sehr gut gefallen :170:

Liebe Grüße
:lupe: Reklov-Hagen

Preussenhusar

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8

Montag, 4. Mai 2009, 13:42

Danke :)

Schön, daß es Resonanz gibt.
Das Spiel wird fortgesetzt, die Tests der für mich neuen Karte liefen zufriedenstellend, so daß ich morgen wohl das nächste Kapitel präsentieren werde.

Anregungen/Kritik sind gerne willkommen,
inwieweit ich sie umsetze, hängt auch davon ab, ob es in mein Grundkonzept des friedlichen Händlers paßt.

PH

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tiitus47

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9

Dienstag, 5. Mai 2009, 01:26

Schöne Sache so´ne eigene Geschichte.

Als ich noch viel Europa Universalis gespielt habe, gabs da nen eigenen AAR(vergessen wofür die Abkürzung steht), also eine Erzählabteilung im Forum.
Da gabs dann Geschichten zur eigenen Familie, Gegnern, Nationen, Verschwörungen. Das hat ne Menge Spaß gemacht.
Aber ist auch echt aufwendig. Gratulation zur Idee für Anfänger eine Einsteigergeschichte zu erzählen um die Spielabläufe kennenzulernen und wenns dann noch Spaß macht... :]

Wein in Polen.... :giggle:

Kirchenbesuch ist aber bekanntermaßen nur hilfreich um die Wahrscheinlichkeit von Piratenangriffen zu verringern. Gegen Anklagen total unnnötig. Da hilft nur der Badbesuch. Nu ist aber gut mit Klugscheissermodus.
Mach weiter so. :170:
Themen die die Welt bewegen, sind immer nur begrenzt haltbar

10

Dienstag, 5. Mai 2009, 07:39

Zitat

Original von tiitus47
Kirchenbesuch ist aber bekanntermaßen nur hilfreich um die Wahrscheinlichkeit von Piratenangriffen zu verringern. Gegen Anklagen total unnnötig. Da hilft nur der Badbesuch. Nu ist aber gut mit Klugscheissermodus.
Mach weiter so. :170:

Nein! Du musst beten und baden (steht auch so im Handbuch, aller drei Wochen), um nicht verklagt zu werden.
Kirche:die Erde ist rund
Badhaus:Unzucht
Aber der Zusammenhang zwischen Piraten und Kirche wäre mir nie aufgefallen.

Aber wir schweifen vom Thema ab. Ich würde vorschlagen, das hier auszulagern, denn die Piratentheorie halte ich für sehr interessant.
Der Weg durch die Mitte ist immer der beste. (Zentrallager/Sternsystem)

Preussenhusar

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11

Dienstag, 5. Mai 2009, 09:41

Der Mai war vorüber.

Die Bauern bestellten die Felder, an den Küsten tummelten sich die Fischerboote und fleißige Markthändler gingen ihrem Tagwerk nach.
Kapitän Strohmberg hatte nun Order, sich in Danzig länger aufzuhalten, ebenfalls in Thorn eine längere Zeit zu verweilen.

Die Kritiken der Konkurrenz, die mitleidig auf das allmählich steigende Vermögen blickten,
richtete sich gegen die Strategie, mit nur 2 Städten überhaupt im Handel zu stehen.

Als Krämer aus Königsberg, so entgegnete ich denjenigen Kaufleuten, welche das Wort am lautesten führten,
sei es wohl wenig angemessen, weite Handelsreisen zu unternehmen und darin das Wagnis eines Verlustes durch die
Widrigkeiten des Wetters oder die Piraterie in Kauf zu nehmen ohne Aussicht auf sicheren Handelserfolg.

In der Nähe waren Dinge des täglichen Bedarfes zu holen und genau DAS gedachte ich vorerst zu tun.
Nur das !

Anfang Juni wurde mir erneut ein Mann vorgestellt, der sich anbot, für 10 Goldstücke das Lager zu verwalten.

10 Goldstücke PRO TAG

Zudem wolle er für jedes weitere eigene Gebäude einen Verwaltungslohn in gleicher Höhe.
Ich wies das Angebot freundlich aber bestimmt zurück.

Solange ich nur über 1 Schiff verfügte und die städtischen Produktionen noch nicht voll besetzt seien,
und sich damit auch die Preise noch nicht zwischen Nachfrage und Angebot eingependelt hätten,
sähe ich keine wirkliche Verwendung.

Um allmählich auch an den Bau eigener Schiffe zu denken, ließ ich in der städtischen Markthalle alle billige Hanfvorräte aufkaufen.
Auch die Schnigge sollte, wenn nichts anderes Günstiges mehr zu kaufen sei, 1-2 Last Hanf mitnehmen,
das entschied der Kapitän aber erst in letzter Minute vor dem Ablegen.
(Anm. - ich kaufe manuell nach dem Ablegen)

Allmählich richtete sich die Handelsroute auf Eisenwaren, Felle und Bier ein,
lediglich der Preis für Wein war erschreckend niedrig.
Als "Weinkrämer" war ich belächelt worden.
Offenbar waren die Wintervorräte umverteilt und die Produktion und Importe überstiegen noch den Bedarf der kleinen Hanse.




3 Wochen waren ins Land gegangen.
Täglich besuchte ich die Händler und verkaufte, wenn auch mit geringem Gewinn, den Wein, der noch immer hereinkam.
Aber die Verweildauern in Thorn und Danzig begannen sich auszuzahlen.

Es häuften sich im Kontor zu Königsberg die Bier- und Fellbestände.
Ab und an wurden auch Tran oder Salz aus Danzig verkauft.
Nicht jedes Goldstück Gewinn wurde auch umgesetzt,
aber bei Fellen, Salz oder Tran waren Spannen von 50-100 % schon drin.
Felle verkaufte ich zu 1200, Bier noch zu 55, die Mengen waren einfach zu gering.
Schnäppchen an Wein zu <170 gingen ins Kontor - Vorrat für die angedachte Zweite Handelsroute.

So stellte sich am 9. Juni 1300 die Lage dar:





PH

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Donnerstag, 7. Mai 2009, 10:54

RE: Eine Hansegeschichte

Nachdem die Schnigge ihre Handelsfahrt wieder aufgenommen hatte und die Liegezeiten geklärt waren,
wurde dem Kapitän am 21. Juni in der Kneipe in Thorn durch einen lokalen Händler ein erstaunliches Angebot unterbreitet:


Leider verfügte die Schnigge weder über den notwendigen freien Transportraum,
noch besaß ich überhaupt das Geld für eine solche Investition.
So mußte Strohmberg leider "nein danke" sagen.

Er führte seine geplanten Aufträge aus und besorgte am 25. Juni zu Danzig noch 10 Hanf dazu.


Wieder zuhause, nahm ich ihn ins Kontor und wir berieten über das weitere Vorgehen.
Es war angesichts der guten Fell- und Weinvorräte einmal angesagt, auch anderen Städten einen Besuch abzustatten.
Ich hatte aus Memel vernommen, daß dort günstig Bauziegel und Fisch zu beziehen sei.
Angesichts des gewaltigen Raumbedarfes dieser Waren sollte erst versucht werden, die mitgebrachten Waren zu verkaufen
und dann Fisch und Ziegel zu besorgen.

So lief die Schnigge am 26. Juni Richtung Memel mit Fellen und Wein an Bord aus.


Von Unterwegs erhielt ich eine Meldung , Kapitän Strohmberg genehmige sich ab nun 19 Goldtaler,
da er Segelerfahrung gesammelt habe.
Nun, ich willigte ein, wenn auch zähneknirschend.


Aus Memel legte das Schiff danach nach Danzig ab mit zusätzlichen Eisenwaren an Bord.
Diese waren gerade günstig gewesen.
Fisch leider nicht.


In Danzig konnten diese Eisenwaren sofort umgesetzt werden, auch etwas Wein ging weg.
Leider war kein billiges Bier da.
Am 2. Juli ging es Richtung Rügenwald.
Angeblich sollte dort Wolle billig sein.




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Donnerstag, 7. Mai 2009, 12:29

Anschließend ging es wieder nach Danzig.
Es mußte Bier her.


Leider waren die Vorräte der Stadt aber bereits verkauft.
mehr als 40 Goldstücke wollte der Kapitän dann doch nicht bezahlen.
Am 8. Juli legte das Schiff erneut nach Rügenwald ab.


Hier waren folgende Handelsoptionen gegeben:


Also entschloß sich der Kapitän, Bier zu verkaufen, Wolle mitzunehmen, sowie etwas Hanf und Honig.


Am 10.Juli ging es so beladen heimwärts


Auf der Reise erblickte der Ausguck am 11. Juli mittags ein seltsam querab laufendes Schiff.
Er gab ALARM !

Der bereits mehrfach gemeldete gefürchtete Pirat Dag Vanderdeeken kreuzte vor der Route nach Memel.
Anscheinend wollte er die vor der kurischen Nehrung fahrenden Handelsschiffe aufbringen.


Glücklicherweise war die Schnigge aber viel zu weit weg, um als Ziel ausgemacht werden zu können.
Nach dem Einlaufen und Endladen ins Kontor veranlaßte ich in der kleinen Werft zu Königsberg
umgehend eine Reparatur.
Die Fahrten hatten an Segeln, Anstrich und der Takelage doch einige Spuren hinterlassen,
insgesamt kam mich das Ganze aber doch recht günstig zu stehen.



PH

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14

Donnerstag, 7. Mai 2009, 12:41

Die Reparatur dauerte keine 2 Tage.
In dieser Zeit suchte ich einmal wieder das städtische Bad und die Kirche auf.
Auf dem Markt war zuhause Wolle knapp.
Obwohl die Stadt eine geringe Eigenproduktion besaß, reichte diese niemals für die lokale Tuchproduktion,
auch die Bürger benötigten einige Last Wolle pro Woche zur Eigenherstellung von Kleidung.
So begab es sich, daß der Verkauf der lagernden Wolle eine stattliche Gewinnspanne versprach.




Zufällig fanden sich ein paar Faß günstige Eisenwaren dazu, so daß diese umgehend ins Kontor geladen wurden.


Nach 3 Tagen Ruhezeit setzte die Schnigge wieder Segel und nahm ihre Routenfahrt wieder auf.
Die Abstecher nach Rügenwald und Memel hatten diese "unterbrochen".


Die Versorgungslage am Beispiel Wolle hatte gezeigt, daß die Stadt den lokalen Bedürfnissen nicht nachkommen konnte.
Beratungen mit Händlerkollegen aus dem Umland ergaben die dringende Notwendigkeit zum Aufstieg des eigenen Unternehmens
auf die Produktion eigener hochwertiger Waren und Grundversorgungsgüter umzusteigen,
anstatt sich mit den fliegenden Händlern anderer Städte ein Wettrennen nach Schnäppchen zu liefern,
zumal diese einigermaßen unkontrollierte Aktionen starteten und die Preise damit durcheinanderbrachten.
Die Preisentwicklung bei Wein war ein sehr deutliches Beispiel.

Im städtischen Bauamt erkundigte ich mich daher am 19. Juli nach der Möglichkeit und den Kosten des Aufbaus
eigener Betriebe.
Als schnell und günstig, weil ohne Ziegel auskommend, bot sich die Eisenschmelze an.
Glücklicherweise waren die benötigten Eisenwaren im Lager udn Holz billig zu erstehen.
Am Morgen des 20.Juli 1300 legte ich an der Südlichen Hauptstraße - am sogenannten Preußischen Tor - den Grundstein für die
erste eigene Eisenschmelze.


Mann war ich stolz!
Mein Vater, Seemann durch und durch, hätte mir den Hosenboden versohlt, da ich in ein derart gewagtes Unterfangen einstieg.
Ich aber sah weiter in die Zukunft und stellte mir ein blühendes Unternehmen mit eigener Eisenwarenproduktion vor.
Zuversichtlich und in Erwartung der baldigen Fertigstellung meines Betriebes ging ich heim.

PH

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15

Donnerstag, 7. Mai 2009, 13:26

Am Morgen danach begab ich mich ins Kontor und prüfte die Routenplanung.
Es war, wenn ich eigene Betriebe errichten wollte, unerläßlich, an Ziegel zu gelangen.
Zwar verfügte die Stadt über einen gewissen Vorrat, aber das reichte niemals für meine ambitionierten Pläne.
Außerdem mußte ich allmählich auch an den Bau eines weiteren Schiffes denken.
Ohne Holz und Pech war das kaum zu erreichen.
Die städtischen Betriebe hatten mir die Verbräuche der jeweiligen Rohstoffe und Produktionszahlen offengelegt.

Ein Eisenwarenbetrieb benötigte pro Woche bei voller Auslastung und Besetzung 2,1 Last Eisen und 2,1 Last Holz.
Dafür produzierte es 21 Faß Nägel und Schrauben sowie anderes ehernes Handwerkszeug ;)

Eine Gießerei produzierte 3,5 Last Eisen,
ein Sägewerk satte 14 Last Holz.

Die Baumaterialien für ein Sägewerk betrugen dagegen 25 Last Ziegel und läppische 2 Last Holz und 2 Faß Eisenwaren.
Die Werkstatt hingegen 50 Last Ziegel, 20 Last Holz und 20 Faß Eisenwaren.
Das schlug schon heftig zu Buche.

Woher nehmen und nicht stehlen ?

In der Nachbarschaft bot Memel zu den Eisenwaren noch Ziegel, Pech und Salz an.

Die bisherige Route besaß noch Raum für Erweiterungen.
Da ein "Reisefrachtbrief" der Hanse maximal 20 Einträge beinhalten durfte,
wurde Memel als neuer Bezugspunkt für Fisch, Salz und Ziegel aufgenommen.
Pech würde je nach Möglichkeit unter Umständen noch zugeladen.
Die Fahrt sollte unmittelbar nach Entladen der Handelswaren aus der Thorn-Danzig-Route erfolgen.
Somit war maximaler Laderaum gewährleistet.
Nur wegen der Preise war ich noch etwas unschlüssig.


Um bei der Anmeldung der neuen Route nicht durcheinanderzukommen,
wurde sie unter einem neuen Name eingetragen

(Amn.: Es wird im Spiel nichts "gemeldet", es gbt auch keine "Reisefrachtbriefe"
Die Routen werden gespeichert unabhängig vom Spiel,
also ist es zweckmäßig, ihnen eindeutige Namen zu geben,
die evtl auch den Stadtnamen der Stadtstadt wiedergeben,
aber das kommt später)

PH

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16

Donnerstag, 7. Mai 2009, 14:02

Um mich ein wenig besser um diesen Bereich des Handels kümmern zu können,
lud ich am Tag danach einen stadtbekannten Kaufmannsgesellen ein.
Er war mich als tüchtiger Handelsgehilfe auf dem Markt aufgefallen.
Als fleißig, ehrlich und strebsam anerkannt bot er mir seine Dienste an.

So stellte ich am 23. Juli 1300 meinen ersten Kontorsverwalter ein.
Seine Aufgaben wurden gemäß der Stadtproduktion und der angestrebten Baumaßnahmen festgelegt.
Alle Waren, die per Schiff herangeführt wurden, sollten zu guten Preisen verkauft werden,
Eisenwaren hingegen wurden (noch) eingekauft.
Dazu in sehr geringem Maße noch Tuch, das für den Schiffsbau benötigte würde.




Unterdessen fuhr mein Schiff seine Route.
Am 25.Juli entschloß sich der Kapitän nochmal Rügenwald anzulaufen.


Gerade die knappe Wolle war heute besonders günstig.
Da schlug er natürlich zu !


Gemäß der dort erzeugten Waren trug er in den Frachtbrief dann noch Rügenwald als Handelspunkt ein.
Der Einkauf sollte Honig und Wolle umfassen,
Felle und Eisenwaren sollten verkauft werden.
Billiger Hanf war in geringer Menge noch verfügbar.
Er würde jeweils nach Bedarf und Laderaum zugeladen.

Eine längere Liegezeit wurde nicht geplant.

So sah der künftige Autohandel ab dem 28. Juli dann aus:

---------------------------

So, Spiel und AAR sind synchron.
Anmerkungen, Kritiken und Anregungen sind gerne willkommen. :)

PH

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17

Montag, 11. Mai 2009, 09:27

Am 30. Juli 1300 wurde meine erste eigene Eisenschmelze fertiggestellt.


Da bereits die Konkurrenz einen eigenen Betrieb errichtet hatte, dauerte es ein wenig,
bis sich die Arbeiter einfinden sollten.

Die Bilanz für diesen Monat sah so aus:
Der Unternehmenswert war auf 108922 Goldstücke gestiegen,
wovon mit rund 24000 in Bar eine stattliche Reserve zusammengekommen war.



Nun mußten noch die Ziegel aus Memel kommen und etwas billiges Holz, dann konnte das Unternehmen Kraier 1 starten.

Die Bevölkerung was signifikant gewachsen.
Das bedeutet aber auch einen steigenden Eigenbedarf der Bevölkerung gerade an Bier, Getreide, Fisch und Holz.
Diese "Grundwaren" standen in der Nähe zur Verfügung.
Ohne sie würde der Aufbau einer eigenen Produktion nicht anlaufen können.

Innerlich fand ein Wettrennen zwischen den Kontorszielen Memel und Danzig statt.

PH

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Montag, 11. Mai 2009, 10:30

Für unsere Statistikfreunde noch die Lagerbestände des 31. Juli 1300


Da es wieder einmal Zeit dafür war, genehmigte ich mir ein Bad und absolvierte den obligatorschen Kirchgang.
Alle 3 Wochen, so wußte ich, sollte man das schon machen,
sonst würden üble Gerüchte aufkommen können.




Ein Blick auf die Zufriedenheit offenbarte mir einen Mangel an Wohnraum.
Jedenfalls sagte das die Stadtverwaltung.
Die Hausbelegung der Kaufmannshäuser sprach jedenfalls dafür.



Leider verfügte ich nicht über das nötige Material und Geld, sonst würde ich das schon gerne machen.
Mein Hauptaugenmerk lag einzig auf der Möglichkeit, mein erstes selbst in Auftrag gegebenen Schiff anzustreben.


Am 1.August teilte mir die Stadt mit, ich sei nunmehr aufgrund meiner Handelserfolge und Verdienste um die Versorgung der
Stadt offiziell als niedergelassener Händler anerkannt.
Soweit hatte es mein seefahrender Vater nie gebracht.



PH

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Montag, 11. Mai 2009, 11:55

RE: Eine Hansegeschichte

Am 6. August besuchte ich den örtlichen Waffenschmied.
Es hatte gerade wieder 7 Entermesser fertiggestellt.

Wie aus Kreisen der Seefahrt zu erfahren war,
sollten nach Möglichkeit jeder Matrose Zwei Messer zur Verfügung haben.
Ob sich dieses Vorgehen bewähren würde, sollte sich erst noch beweisen.


Als die Schnigge wieder zuhause war, lud sie die zugewiesenen Waffen an Bord.


Anschließend vollendete sie ihre aktuelle Rundfahrt mit einem Abstecher nach Memel.

Am 10. August kam sie mit neuen Ziegeln und Eisenwaren wieder zurück.


Die Erfahrungen der Reise ließen mich per 11. August die Autoroute etwas nachjustieren.


Am 12. August offenbarte ein Blick und die Bücher des Verwalters
und seinen Kontorshandel akuten Biermangel eine regelrechte Weinschwemme,
aber auch Keramikmangel.


Sofort schickte ich einen Kurier, der der Schnigge befahl, nach Rügenwald noch einen Abstecher nach Ahus zu machen.
Ahus stellte nämlich Keramik her.


Immerhin 10 Faß Keramikwaren konnten günstig erstanden werden.


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Montag, 11. Mai 2009, 13:09

RE: Eine Hansegeschichte

Am 24. August war die nächste Abreise aus Memel, diesmal wurden lächerliche 2 Last Ziegel geladen


Ich nahm Änderungen für die Liegezeiten in Thorn vor, Felle und Wein wurden länger nachgefragt.


Insgesamt wenig aufregende Tage, dieser milde Sommer des Jahres 1300.

Sehr erstaunt war ich dann doch über einen Besucher,
der mit einem versiegelten Umschlag am 28. August um Einlaß fragte.

Er stellte sich als Heiratsvermittler vor:


Aufgrund meiner Jugend und des nicht vorherzusehenden Ergebnisses der Werbung,
sowie der immensen Kosten, die dieser gierige Mann alleine für ein erstes, und noch dazu wenig
aussagekräftiges Medaillon auf güldenem Grund verlangte,
lehnte ich höflich aber bestimmt ab.

Wichtiger war, daß der letzte Besuch der Stadt Danzig das Schiff am 29. August voll Bier
in Richtung Heimat auslaufen ließ, die 2 Ziegel, die ohnehin nicht nennenswert waren,
aber Kosten für Lagermiete verursachten, wurde sehr lukrativ verkauft.


PH